Projektvorstellung

ENTDECKEN - VERSTEHEN - AUSPROBIEREN

Herzlich Willkommen auf den Seiten von LernErlebnis Bauernhof in Sachsen.

Das landesweite Projekt des Sächsischen Landesbauernverbandes e. V. unterstützt als Koordinationsstelle Besuche von Kindergruppen und Schulklassen auf Landwirtschaftsbetrieben.

Auf diesen Seiten informiert LernErlebnis Bauernhof rund um das Thema "Lernen auf dem Bauernhof" in Sachsen mit Ansprache insbesondere von Landwirten und Pädagogen.

LernErlebnis Bauernhof wird unterstützt von:

bild
bild

Infomaterial

Hier erhalten Sie unseren InformationsFlyer als PDF.

Geprüfter Schulbauernhof Sachsen

Grundlagen der Qualitätskriterien zur Erreichung des Siegels „Geprüfter Schulbauernhof Sachsen“

Die zu schaffenden Qualitätskriterien „Geprüfter Schulbauernhof Sachsen“ haben das Ziel:

  • dem Lernerlebnis Bauernhof ein qualifiziertes Erscheinungsbild zu geben
  • den Bekanntheitsgrad eines pädagogisch wertvollen Lernortes zu steigern und eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten
  • die Qualität und Standards der Bauernhofprojekte zu entwickeln und zu sichern
  • eine ständige Weiterbildung der landwirtschaftlichen Betriebe zu gewährleisten

Ein Bauernhofprojekttag sollte für die Kinder lehrreich und interessant gestaltet sein, ein Betriebsbesuch soll Spaß machen und Zeit zum eigenen Erkunden lassen. Dabei ist es wichtig, dass der Besuch ein pädagogisches Ziel, ein inhaltliches Thema sowie einen Bezug zum Lehrplan hat.

Als Vermittler zwischen Bauernhof und Schule steht das vom Freistaat Sachsen finanzierte Projekt LernErlebnis Bauernhof, welches vom SächsischenLandesbauernverband e.V. getragen wird, zur Verfügung. Als Kompetenzzentrum unterstützt dieses die Schulen bei der Bereitstellung von Betriebsadressen, gilt als Berater für landwirtschaftliche Betriebe und Lehrkräfte, führt Fortbildungen für Schulen und Bauernhöfe durch, gibt Unterstützung bei der Durchführung eines Bauernhofbesuches von der ersten Kontaktaufnahme bis zum Besuch. Und steht natürlich auch im Nachgang für Auswertungen und Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien zur Verfügung. Das Projekt LernErlebnis Bauernhof hält für Schulen und Betriebe zahlreiche Informationsmaterialien zu verschiedenen landwirtschaftlichen Themen, wie Getreide, Milch, Kartoffeln usw. bereit.

Für einen erfolgreichen Bauernhofaufenthalt einer Schulklasse sollten die Lehrer gemeinsam mit den Schülern die Zielsetzung des Tages erarbeiten und daraufhin zielgenau den landwirtschaftlichen Betrieb aufsuchen. Hierauf sollte der Betrieb mit seiner Spezifizierung reagieren, um Enttäuschungen beim Aufenthalt zu vermeiden.

Vor einem angebotenen Hoftag steht zu allererst die Selbstanalyse und Beantwortung folgender Fragen:

  • Welche Altersgruppe will ich erreichen (jüngere Schüler – spielerisch; ältere Schüler – fragend, diskutierend)
  • Welche inhaltlichen Angebote kann ich geben (Tiere, Pflanzen, Boden, Wald)
  • Welches Zeitlimit steht zur Verfügung
  • Ist die Ausgestaltung von Projekttagen nur saisonal möglich
  • Wie kann ich einen Projekttag personell abdecken
  • Welche pädagogischen Anforderungen sind an mich gestellt
  • Sind die Voraussetzungen geschaffen, um die körperliche und geistige Unversehrtheit der Schüler zu gewährleisten und Gefahrenquellen auszuschalten
  • Wie sieht es mit Ordnung und Sauberkeit auf dem Hof aus

Hilfestellung durch Materialien

Hilfreich zur Durchführung von Projekttagen ist das Vorhandensein von mobilen Ausleihstationen bei der Koordinationsstelle LernErlebnis Bauernhof, deren Material ständig aktualisiert und erweitert wird. Derzeit sind zu folgenden Themen Ausleihstationen vorhanden:

  • Kartoffel
  • Getreide
  • Milch
  • Obst/Gemüse
  • Unterkunft (bei mehrtägigen Projekttagen)

Des Weiteren steht ein Getreideversuchskoffer mit zahlreichen Quiz und praktischen Hilfen für Versuche mit Getreide zur Verfügung.

Die Ausleihstationen sind nach Anmeldung beim Sächsischen Landesbauernverband, Projektstelle LernErlebnis Bauernhof, Wolfshügelstraße 22, 01324 Dresden, Telefon: 0351-26253643, gegen eine Kaution von 50,00 Euro, die bei unversehrter Rückgabe der Stationen, erstattet wird, für eine befristete Zeitspanne erhältlich.

Des Weiteren verfügt die Projektstelle über eine Aufstellung entsprechender Literatur und Bezugsquellen sowie über projektorientiertes Material. So sollte jeder landwirtschaftliche Betrieb den von der ima herausgegebenen Leitfaden der Bundesinitiative „Lernen auf dem Bauernhof“ sein eigen nennen. Exemplare der neuen Auflage sind ebenfalls bei der Projektstelle bzw. bei der ima erhältlich.

Für Lehrkräfte wird gegen eine Gebühr von 9,00 Euro eine dementsprechender Leitfaden der aid bereitgestellt.

Ebenfalls sehr hilfreich ist eine von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erschienene Broschüre „Bundesweite Bestandsaufnahme für Unterrichtsmaterialien zur Ernährungserziehung in der Grundschule“. Diese ist kostenfrei bei der BZgA bzw. über die Projektstelle LEBH zu beziehen.

Quellen:

IMA – Leitfaden der Bundesinitiative Lernort Bauernhof

BAGLOB – Qualitätskriterien

aid – Lernort Bauernhof

Warum sind Bauern so wichtig?

In den Lebensmittelsupermärkten Deutschlands gibt es ein reichhaltiges Angebot und eine große Vielfalt an Lebensmitteln. Zig Sorten von Brot, Fleisch- und Wurstwaren, Milch und Molkereiprodukten, Obst- und Gemüsearten, Wein- und Säfte. Aber denkt man beim Einkauf daran, was alles an Arbeit und Mühe dahintersteckt und woher der Ursprung all dieser Dinge stammt. Woher kommen Brot, Milch, Käse, Butter, Jogurt, Wurst, Fleisch und Honig?

Das Bild der Landwirtschaft ist heutzutage vielfach von falschen Vorstellungen geprägt. Vor allem Kinder und Jugendliche haben kaum noch Kontakt zu dieser. Regionale Identität, das Wissen um den Ursprung von Nahrungsmitteln und eine nachhaltige Wirtschaftsweise kommen aber nicht von ungefähr. Mit einem pädagogischen Angebot für „Verbraucher von morgen“ können Landwirte den Dialog frühzeitig beginnen.

Es bedarf in Zeiten von lila Kühen eines vielfältigen Bildungsangebotes. Eines davon ist der Bauernhof als außerschulischer Lern- und Erfahrungsraum. Er greift dort, wo Schule aufhört – in der PRAXIS.

Ein Bauernhof bietet:

  • reale Landwirtschaft
  • Umweltbildung und Naturerfahrung
  • Kompetenzentwicklung
  • Berufsorientierung.

Neben dem klassischen Hofbesuch sind vielfältige Projekte, mit einer Fülle an Themen, wie z. B.

  • Kuh, Käse, Kilowatt
  • Vom Korn zum Brot
  • Die Kartoffel eine tolle Knolle
  • Vom Schaf zur Wolle
  • Kräutergarten – Wiesen zum Vernaschen
  • Wenn die Bienchen mit den Blümchen

u.v.m. möglich.

Das Projekt LernErlebnis Bauernhof beschreibt die enge Beziehung zwischen Landwirtschaft und Bildung in Sachsen und sieht sich als:

  • Vermittler zwischen Landwirtschaft und Schule,
  • Kommunikationsplattform
  • Bildungsveranstalter
  • Öffentlichkeitsarbeiter
  • Informationspool
  • Materialfundus
  • Qualitätskontrolleur

Neugierig auf Landleben und Bildung? Die Mitarbeiter des LernErlebnis Bauernhof beraten und informieren Sie gern. Wir freuen uns auf Sie.

Für die Planung von Projekttagen

„Lernerlebnis Bauernhof“ wird die nachfolgende Struktur empfohlen:

Vorbereitung Hofbesuch

Organisatorisches:

  • Austausch von Daten Schule und Betrieb (Adresse, Telefonnummer usw.)
  • Abstimmung Termin und Dauer des Hofbesuches evtl. Ausweichtermin
  • Kosten/Finanzierung des Hofbesuches mit oder ohne Verpflegung
  • Schlechtwetterregelung
  • Klärung zu Fragen der Anfahrt
  • Informationen zur Klasse (Anzahl der Schüler, Klassenstufe, Klassensituation, Besonderheiten)
  • Begleitpersonen
  • Klärung der Zuständigkeiten zwischen Betrieb und Lehrkraft
  • Regelaufstellung durch das Hofpersonal (Hofordnung, Hinweis Unfallgefahren) Kleidung und Ausrüstung der Schüler (angemessene Bekleidung und Schuhe) ggfs. Verpflegung

Inhaltliche Organisation

  • Themen- bzw. Projektauswahl mit Setzung Schwerpunkt
  • Berücksichtigung von Wünschen bzw. Anforderungen der Lehrkräfte
  • Wissensstand der Kinder
  • Festlegung von Lernzielen
  • Abgleich von Sachkundeunterricht und betrieblichem Angebot
  • Schwerpunktthema im Unterricht (z. B. Getreide) inhaltliche Sequenz auf den Betrieb
  • Nach erfolgtem Hofbesuch Feedback von der Lehrkraft bzw. den Schülern

Schulische Regelungen/Organisation

  • Projekttag Bauernhofbesuch von Eltern genehmigen lassen, Einverständniserklärung
  • für Fotos, Rückinformationen von Eltern über Allergien usw.
  • Informationen – was vom Hofbesuch erwartet wird
  • Besprechung der Hofordnung – Regelbeachtung

Um die getroffenen Absprachen zu fixieren, ist es hilfreich, diese noch einmal per Fax oder mail schriftlich zusammen zu fassen:

  • Genauer Termin/Uhrzeit
  • Abgesprochene Programmpunkte
  • Kosten
  • Mahlzeiten und Verpflegung
  • Unterkunft (bei mehrtägigen Projekttagen)

Prüfung und Zeitrahmen

IMA – Leitfaden der Bundesinitiative Lernort Bauernhof

BAGLOB – Qualitätskriterien

aid – Lernort Bauernhof

An Hand der Konzepte „Allgemeiner Teil“ und „Spezialisierungskriterien“ können sich die Betriebe einer freiwilligen, externen Prüfung zum Qualitätsgeprüften Schulbauernhof Sachsen – Hoferkundung und/oder Qualitätsgeprüften Schulbauernhof Sachsen – Zum Mitmachen und/oder Qualitätsgeprüften Schulbauernhof Sachsen – Sachunterricht auf dem Hof unterziehen. Diese Prüfung ist für die Betriebe kostenfrei.

Für eine erfolgreiche Prüfung gelten grundlegend zunächst die Kriterien des „Allgemeinen Teils“. Durch die Merkmale der „Qualitätskriterien“ kann dem Schulbauernhof eine Spezialisierung nachgewiesen werden. Bei bestandener Prüfung erhält der geprüfte Schulbauernhof ein Logoschild. Die Gültigkeitsdauer des Logoschildes beträgt ein Jahr.

In den drei Folgejahren hat der Betrieb als Nachweis der Eigenkontrolle mindestens eine Teilnahmebestätigung an einer sachsen- oder bundesweiten Veranstaltung des Lernort Bauernhofes unaufgefordert vorzulegen und erhält dafür den Jahreszahlaufkleber für das Logoschild. Im vierten Jahr erfolgt wieder die Qualitätsprüfung an Hand der bestehenden bzw. erweiterten Qualitätskriterien durch die Projektstelle. Bei Hinweisen zu Qualitätsverstößen durch Lehrkräfte oder Eltern kann die Projektstelle auch zwischenzeitlich die Qualitätsprüfung wiederholen oder in schwerwiegenden Fällen bei erfolgloser Anmahnung das Logoschild entziehen. Erfolgt keine Mitarbeit und kein Nachweis einer Weiterqualifizierung kann das Schild ebenfalls entzogen werden. Jeder qualitätsgeprüfte Betrieb erhält außerdem ein Paket mit Materialien für den Sachunterricht und wird auf der Homepageeintragung durch das Logo kenntlich gemacht.

Der Verantwortliche des Lernort Bauernhofes erkennt mit seiner Unterschrift die Qualitäts- und Prüfkriterien des Lernerlebnis Bauernhof an. Des Weiteren erklärt sich der Betrieb bereit, stichprobenhafte Hospitationen der Projektstelle LernErlebnis Bauernhof zu zulassen.